PoliTisch Korrekt

POLITISCH KORREKT ist, was Du draus machst!

[Achtung! Dieser Text enthält Anglizismen, Sexismen, Rassismen, schwierige Wörter und sogar Unwörter!]

Kennen Sie den? Eine argwöhnische Politesse raunt einen Mann an, der fidel aus seinem Sportwagen steigt, den er gerade auf einem Behindertenparkplatz abgestellt hat: „Was haben Sie denn für eine Behinderung?“ „Tourette, Du Fotze!“

Das ist politisch nicht korrekt. Das ist nicht pc[1]! Politesse sagt man nicht. Man sagt ja auch nicht Politisser zum männlichen Korrelat. Das wäre herabwürdigend. Fotze ist ein Grenzfall. Ein Grenzfall des Standards.[2] Einen Deut zu aggressiv hat der Herr schon reagiert. Daheim bekäme er dafür vielleicht eine Fotze. Fotze heißt Ohrfeige, was auf den Mund und meint ferner den physiognomisch ähnlichen Bereich der Vulva. Es gibt einige Feminist:innen, die diesen alten Begriff wieder entvulgarisieren wollen.

Aber was gelten schon Lippenbekenntnisse? Doch mal im Scherz: Dürfen wir Witze über sexus[3] und genus[4] machen oder über Behinderte (Tourette)? Darf man behindert eigentlich noch sagen? Das heißt doch jetzt beeinträchtigt…oder challenged… Aber es muss ja nicht einmal ein Witz sein – lieb oder bös gemeint. Schiere Unwissenheit kann schon unkorrekt sein. Politisch unkorrekt. 

Was ist politisch korrekt und was nicht?

Politisch kommt vom griechischen polis und das heißt Burg, Stadt, Stadtgemeinde, Staat – ein Zusammenschluss vieler Menschen. Nehmen wir es vorweg: Es gibt unzählig viele Meinungen dazu, was politisch korrekt ist und was nicht. Der Grundsatz ist: Ein Begriff, ein Bild oder eine Geste soll nicht pauschalisieren und dabei gleichzeitig in irgendeiner Form diskriminieren. Sonst ist es breitflächig verletzend und somit nicht politisch korrekt.

Aber was den einen verletzt, ist dem anderen, der sehr wohl betroffen sein kann, womöglich total egal. Geht es nicht vielmehr um das Wie als um das Was? Vielleicht mit Humor? Warum darf man Männern keine Tabletten geben? Weil Arschlöcher nur Zäpfchen bekommen können. Arschloch ist ein Schimpfwort. Nicht pc. Zumal hier alle Männer verallgemeinert werden, aber das geht den meisten davon wohl am Ar*** vorbei. 

Nun gibt es mehrere Geschlechter als die binäre Mann-Frau-Polarität vorgibt, biologisch wie sozial konstruiert. Trans, inter, queer… plural betrachtet ist die Menschheit, so wie alles Leben auf unserem Erdenrund, divers. Und genau das impliziert auch das Wort politisch. Da sind ganz viele verschiedene Individualitäten, die angesprochen werden wollen. Gab es schon immer, nur heute geht alles schneller. Die Sender-Empfänger-Kanäle sind gleichfalls plural und so zugänglich wie nie zuvor.

Als Homo faber[5] bedienen wir uns im Werkzeugkasten der Zeichensetzung. S/lash, bInnen-I, Gender_Gap, Asterisk* und aktuell instrumentalisiert man den D:ppelpunkt, um darauf aufmerksam zu machen, dass sich sonst nicht alle wahrgenommen fühlen. Aber können wir wirklich immer allen gerecht werden? Wie viel Diversität wollen wir sezieren? Wo führt das hin? Und wer ist wir? Und wer legt das eigentlich alles fest? Oder lose? Der Hürdenlauf über Extrazeichen geschieht immer schneller und glauben wir wirklich, dabei auch den Staffelstab an das gemeine Volk abgeben zu können? Erwarten wir von den Zuschauern in der Arena der Geschlechter, mit Spitzensportlern mithalten zu können? Ist das nicht elitär und unvölkisch? Habe ich völkisch gesagt?

Kennen Sie eigentlich das N-Wort?

Das N-Wort darf man nicht mehr voll ausformulieren. Es ist nicht pc. Denn Sprache formt die Wirklichkeit. Und wenn ich es ausformuliere, was wird dann eigentlich wirklich?

Als ich das N-Wort die ersten Male gelesen und gehört hatte, dachte ich: Ja, darf ich denn jetzt nicht mal mehr NAZI! schimpfen?!? Bis ich darauf aufmerksam gemacht wurde, dass damit N****, also Neger gemeint ist. Scheiße, jetzt habe ich Neger gesagt. Scheiße sagt man nicht! Neger heißt von seiner spanisch/portugiesischen Wortwurzel negro bzw. das Lateinische niger bedeutet zunächst schwarz und meint Mensch mit schwarzer bzw. dunkler Hautfarbe.

Bis vor einiger Zeit konnte man noch Negerküsse kaufen. Jetzt wird die Mohrenstraße umbenannt und diskutiert, ob Pipi Langstrumpf umgeschrieben werden muss. In Chile, einem spanisch sprechenden Land, werden auch heute noch Negritas feilgeboten, knusprig süße Schokowaffeln. Nestlé duldet das in Chile. Ist denen doch egal. Deren Sprache ist nicht pc, denn deren Sprache besteht aus Geld-ausgeben und Geld-einnehmen. Kapitalismus eben. In einem Einkaufcenter habe ich einmal an einem Stand für Nachbarschaftsarbeit einen Schwarzen herzhaft über die Fragen „Spaß oder Ernst oder Spernst oder Spast?“ und „Negerkuss oder Zigeunerschnitzel?“ lachen sehen. Danach führten wir ein kluges Gespräch darüber. Negerkuss. Ich weiß. Das geht nicht. Wenn Du schwarz. Schwarz darf man sagen. Weiß auch, aber braun, dunkel, farbig usw. geht nicht. Ist nicht pc. Das sind rassistische Fremdbezeichnungen. Das heißt jetzt Person oder People of Color (PoC).[6] Aber warum dürfen Englisch sprechende Menschen eigentlich „far*ig“ sagen und ich auf Deutsch nicht? Ich bin verwirrt.

Das Problem mit dem N-Wort ist die abwertende und menschenverachtende Botschaft, die seit dem Beginn der Verwendung des Wortes im 16. Jahrhundert mitschwingt. Neger wurden als Ware missbraucht, die der Kolonisation mithin dem Kapitalismus und der Globalisierung Vorschub leisteten. Zigeuner ist ein vager und diffus herzuleitender Begriff für die seit jeher als minderwertig betrachteten Roma und Sinti. Gilt als Schimpfwort. Völkisch geht auch nicht mehr, seitdem die Nazis und andere Antisemiten sich als willkürlich auserlesenes Volk über alle stellen wollten. Spast haben sich ungenügend gebildete Schüler auf dem Pausenhof angeeignet, um Leute zu mobben, die in der Regel gar keine Spastik haben. Der negative Kanon ist oft zu laut, aber es ist ein kakophonischer Kanon von Halbgebildeten und Unreflektierten und mitunter auch von (klugen) Böswilligen – leider. Müssen wir immer gleich die Sprache verbieten und ändern, wenn ein Haufen Tölpel sich zu erkennen gibt?

Rassismus gibt es vielerorts

Wie stehen Türken zu Arabern, Bulgaren zu Roma, Kroaten zu Serben, Syrer zu Kurden? Wie steht die Welt zu den Afrikanern und warum werden Afrikaner eigentlich als eins gedacht usw. Diese Fragestellung ist pauschal und die Antworten treffen natürlich nicht auf jeden Einzelnen dieser Nationalgemeinschaften zu. Vermischung ist bereichernd und gleichsam knirscht das Weltgetriebe. Die Auseinandersetzung mit Menschen aus anderen Ländern und mit anderen Kulturen ist zuweilen anstrengend. Es liegt in der Natur des Menschen, andere blöd finden zu können und das womöglich auch undifferenziert auszudrücken. Wer bin ich als Mensch von irgendwoher? Identität wird nicht selten an Unterschieden und Abgrenzung zueinander festgemacht. Manche Menschen haben neuerdings Probleme mit dem Begriff „Identität“. Man ist natürlich mehr als eine Zuschreibung, aber wie wird ein Mensch wesentlich? Identität ist nichts Feststehendes, sondern ein heraklitischer Fluss, der nie derselbe ist, in den man steigt; bestehend aus vielen verschiedenen Teilen. Identität und Unterscheidung wird von klein auf erprobt und je nach der erfolgenden Bildung weiterentwickelt. Seiltänzer heißt auf Chinesisch Schwingdeinding und auf einem Nagelbett hält es am Längsten ein Ruski aus, denn Ruski, Ruski ist nicht dumm, dreht das Brett ganz einfach um. Wer kennt sie nicht, die ethnischen Kinderwitze? Problematisch beim Rassismus-Begriff ist, wenn er wie eine riesige Moralkeule über der gesamten Gesellschaft schwingt. Verwendet man unbedarft einen Begriff wie Ausländer oder spricht in einem Zusammenhang, der irgendwie nicht pc ist und man bekommt mitgeteilt, das ist rassistisch, wie Du das sagst, dann kann sich das anfühlen als wäre man ein guter Partner von denjenigen, die wirklich reaktionär rassistisch oder einfach nur Vollpfosten sind. Und das ist beklemmend. Was mitschwingt ist wichtig. Was zwischen den Zeilen steht und in welchem Kontext es jemand meint. Beim N-Wort ist das Erbe zu schwer, aber nicht jedes Wort muss sogleich auf die Ethikwaage gelegt werden. Ausländer gibt es, so lange wir Länder mit Grenzen haben. Wenn aber gut gesinnte Menschen rumdrucksen und nicht wissen, wie sie jetzt etwas sagen dürfen oder nicht, wird das Gespräch unterminiert. 

So genannter Rassismus hat viel mit einseitiger und zu kurz kommender Bildung aber auch viel mit Angst zu tun. Menschen, die Rechtspopulisten anhängen, sind nicht selten verunsichert. Wer oder was ist jetzt die Gesellschaft? Gehöre ich noch dazu? Wird mir der Arbeitsplatz „weggenommen“, stürze ich ökonomisch in die Tiefe, werde ich abgehängt und ausgestoßen? Das mag niemand. Niemand will vergessen werden. Jeder hat ein Streben nach Anerkennung. Das eint uns wiederum als Menschen.

Betroffene von Diskriminierung müssen geschützt und destruktive Gewalt muss verhindert werden. Schwierig wird es immer, wenn Hoch- und Frischstudierte oder andere Besserwisser allen anderen ein Stoppschild auf den Mund legen. Das hat mit angemessener Entwicklung nichts zu tun, sondern wird als Angriff wahrgenommen. Angegriffene verstehen sich gemeinhin als Gegner und wehren sich alsbald. Das geschieht etwa, wenn Rechtsradikale und Neokonservative gegen „Scheiß-Aktivist*_Innen“ wettern und sie das, was zum Guten bekehren soll, einfach umdrehen und damit wieder abwerten, bis neue Mittel und Symbole gefunden werden, die ausdrücken wollen, dass wir alle Menschen sind. Ein verbaler Maulkorb oder eine allzu radikale Schriftzäsur ist nicht zielführend.

Sprachliche Manipulation wie sie unter dem Deckmantel des politisch Korrekten in den letzten Dekaden allzu rasch vorgenommen wurde und wird, kann spalten, verwirren, aufwiegeln, indirekt sogar diskriminieren und sie macht Sprache letztlich langweilig, wenn sie neutral und total politisch korrekt ist. Das vielzitierte „Neusprech“ aus Orwells 1984 bleibt hochaktuell. Wenn Sprache zum Dogma wird, hören wir auf, uns miteinander auszutauschen und uns gemeinsam zu entwickeln. Ich bin davon überzeugt, dass es irgendwann weitgehend akzeptierte Ausdrucksformen geben wird. Bis dahin müssen wir uns jedoch trotz aller Erfolge der politischen Korrektheit über eines im Klaren sein: Alle derzeitigen Sprach-Mittel für Empowerment und das Ringen um Diversität wiewohl um die Erkenntnis von Einheit sind bis dato Versuche – auf der Suche nach dem, was sich allmählich in unserer Menschheitskultur beheimaten wird. Bis dahin lohnt es, spielerisch mit Sprache umzugehen und sich im Spiel gemeinsam auf Regeln zu einigen. So verstanden lässt sich gar einer der größten Protagonisten hoffnungsvoller Utopie zitieren, Ernst Bloch: Heimat ist „etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war.“[7]

Tabuisierung ist nie gut, denn sie verkümmert den Diskurs

Man kann nicht nicht reden. Wir tun es ja sowieso. Alle miteinander. Und alle heißt eben auch bildungsnah mit bildungsfern. Das ist Politik und muss es sein. Wenn ein Prolet etwas Plumpes sagt, dann muss der Schlaukopf das zu deuten wissen und vorbildhaft mit geeigneteren Worten ins Gespräch gehen. Aber nicht den Mund verbieten. Denn damit hört die „böse“ Sprache nicht auf, wohl aber das Gespräch.

Für Aristoteles war Politik immer auch Gemeinschaft. Politik muss sich dafür einsetzen, was allen gemein ist. Ihr Heil und ihr Fehl. Politik ist die Herstellung einer guten Ordnung für die Gesamtheit der Menschen. Politik sind wir alle. Dazu müssen wir miteinander im Gespräch bleiben können. Das ist mitunter anstrengend, aber mit einer Prise Humor können wir auch mal über den Dingen stehen und sichten, worum es wirklich geht. Dass wir alle gleich und doch mit Unterschieden versehen sind. Und die soll man benennen oder bezeichnen können, wenn man möchte. Wie man das tut, ist der Ton, der die Musik macht. Harmonisch bis kakophon. Gesellschaftlicher Diskurs muss das aushalten.

Politisch korrekt ist es, wenn man eine wertschätzende Haltung einnimmt. So steht es in einschlägigen Definitionen. Das heißt wiederum nichts. Denn welchen Wert man schätzt, sagt diese Forderung nicht aus.[8] Genauso wenig wie der sozial konstruierte Begriff Rassismus. Genetisch sind wir Menschen alle gleich, egal welche Hautfarbe jemand hat oder wo er wirklich herkommt. Das weiß man spätestens seit der Entschlüsselung des Erbguts Anfang dieses Jahrtausends. Rassismus ist unter uns Menschen streng genommen obsolet. Milchkühe halten, Schweine essen – das ist Rassismus. Aufklärung und das respektierende Gespräch sind wichtiger als etwas per se als politisch korrekt zu definieren. Hören wir uns zu und verhalten wir uns vorbildhaft. Für ein ausgewogen durchmischtes und respektvolles Miteinander. Politisch korrekt ist schließlich, was wir daraus machen.

[1] Political Correctness, kurz PC, sprich pi: ßi:

[2] Vgl. Variantenwörterbuch des Deutschen, Berlin/New York: De Gruyter, 2004

[3] Geschlecht im Sinne der Unterscheidung von Mann und Frau sowie weiteren Geschlechtern

[4] Geschlecht im Sinne von Gattung, Abstammung (Ahnenfolge sowie der, die, das)

[5] Der Mensch als schaffender Handwerker (Anthropologie)

[6] Tupoka Ogette, exit RACISM. rassismuskritisch denken lernen, 6. Aufl., Münster: UNRAST, S. 75 ff.

[7] Ernst Bloch, Das Prinzip Hoffnung, 3. Bd., 5. Aufl., Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1978, S. 1628

[8] wertschätzend hat eher noch die kapitalistische Konnotation als Kommerzialisierung der Ware „Mensch“

 

 

9 Gedanken zu „PoliTisch Korrekt“

  1. Einige (korrekte?) Gedanken zur Politisierung der Sprache:
    Ich denke, es ist wichtig, politisch unkorrekt zu sein und zu bleiben, insbesondere in der Sprache. Denn nur so ist eine Anregung zur Auseinandersetzung mit mehr oder weniger brisanten Themen möglich.
    Sprachliche Political Incorrectness dient ja auch der Abgrenzung und ist somit identitätsstiftend – ohne Abgrenzung ist keine Identität und auch keine Vielfalt möglich. Was wäre, wenn es keinen Neger mehr gäbe, keine Gelbhäutigen … ? Alle wären gleich und die Vielfalt bzw. die Diversität wären fort.
    Politische Unkorrektheit ist auch geschichtsschreibend und kulturprägend …
    Wo wären wir denn heute ohne Jim Knopf, ohne Huckleberry Finn …
    Dazu kommt die moderne Sprache, die bei jedem Versuch, eine gute Rede zu halten oder einen guten Artikel zu schreiben, zu Verknotungen wahlweise der Zunge oder der Finger führt … Sie ist sozusagen tendenziell körperverletzend
    Ich komme nicht mehr dazu, nach der Lektüre eines guten Artikels im Feuilleton einen Leserbrief / Leser:innenbrief / Lesendebrief zu schreiben …
    Was ist mit der gedanklichen und folglich sprachlichen Freiheit? Wollen wir die nachfolgende Generation mit Sprachverboten belegen und erziehen?
    Du darfst nicht Berliner, Hamburger, Frankfurter, Krakauer sagen bzw. essen und erst recht nicht Zigeunerschnitzel!
    Mein liebes Kind, iss eine ökologische, CO2- neutrale Tofuscheibe …
    Ein Hoch auf der/die/das Bratwurst!
    Ich denke nicht, dass ich ein schlechter Mensch bin, weil ich als Kind das Wort Negerkuss gelernt haben … bzw. Mohrenkopf, waren und sind diese Begriffe doch mit einem positiven Geschmackserlebnis verbunden …
    Stigmatisierung ist menschlich…
    gestern Schlitzaugen, heute Impfverweigerer ….
    Irren auch. Aber sprachliches Ausprobieren ist doch Bedingung für das Erlernen eines ansprechenden Sprachgebrauchs.
    Alfons Schnitzler
    PS: sind wir nicht alle (ob ganz klein oder groß) ein wenig Spaghettifresser?

  2. Brauchte einige Zeit um mich durch den Text zu finden. Es ist schon schwierig, sich heute richtig und korrekt auszudrücken. Es erscheint mir „sehr witzig“ sich Gender gerecht auszudrücken, aber in der breiten Realität wird dagegen die Differenziertheit der Persönlichkeiten nicht akzeptiert oder beachtet.
    Für mich ist „der Paul“ ein Mann, egal welcher Veranlagung usw. Eine Gerechtigkeit oder Korrektheit hierbei zu haben ist schwer, z.B. Frauenquote, gleichzeitig erhalten die Frauen noch heute oft nicht den gleichen Lohn wie die männlichen Kollegen.
    Ich höre auf, meine Generation erwärmt sich wenig für diese sprachlichen Korrektheiten.

  3. vielen Dank für den Beitrag. Der Autor ist wirklich eine Bereicherung in seiner Schrift(en).
    Ich stimme ihm in allen Punkten seiner sachlichen Bemerkungen zu, er schreibt verständlich, ohne Häme und verbale Kopfnüsse für die, die es nicht verstehen wollen. Übrigens heißt ja Kanake, ein typisches Schimpfwort vor allem aus der rechten Scene, eigentlich Mensch.

  4. Sehr gute Gedanken, unterschreibe ich. Diese Zeilen gefallen mir besonders:

    Man kann nicht nicht reden. Wir tun es ja sowieso. Alle miteinander. Und alle heißt eben auch bildungsnah mit bildungsfern. Das ist Politik und muss es sein. Wenn ein Prolet etwas Plumpes sagt, dann muss der Schlaukopf das zu deuten wissen und vorbildhaft mit geeigneteren Worten ins Gespräch gehen. Aber nicht den Mund verbieten. Denn damit hört die „böse“ Sprache nicht auf, wohl aber das Gespräch.

    LG

    Anke

  5. ich habe den Text eben nur überflogen – bin aber nicht ganz einverstanden.
    Ich denke, wenn meine Sprache andere – und seien es auch nur sehr wenige – verletzt oder ausschließt, dann muss ich meine Sprache ändern. Punkt. Egal, ob das einigen anderen egal ist oder nicht. Egal, ob mir das passt oder nicht.
    Die derzeitige Diskussion erinnert mich sehr an die Diskussionen bzgl. der Frauenbewegungen um die Suffixe -innen vor 30 Jahren oder so. Schade, dass immer die gleichen Argumente versuchen, alles so zu belassen, wie es schon immer war. Die Erde ändert sich. Die Sprache ändert sich langsamer. Aber sie ist maßgeblich bestimmend für unser Zusammenleben.
    Dies ganz kurz!

  6. Diesen Text würde ich glatt Anselm Lenz vom Demokratischen Widerstand anbieten.
    Zu Beginn fürchtete ich, daß da wieder so ein Schweinskram zerfasert wird bis in alle Einzelheiten, aber von Zeile zu Zeile stimmte ich mehr zu.
    Der Mann hat Recht.
    Und mit Neger haben die Neger die allerwenigsten Probleme. Sie bezeichnen sich auch gegenseitig so.
    Was beleidigend, verboten und somit strafbar ist, ist kaffer, wobei kaffer die Bedeutung „Mensch“ haben soll und was daran wiederum beleidigend ist, weiß ich auch nicht.
    Man spricht mal fein und manchmal Gosse, besonders wenn man wütend ist, wie jetzt so oft.
    Danke für den Text und Gruß an den Verfasser aus einem Negerland (Namibia). Wir sind hier die Otjirumbus, die gelben/grünen Dinger, wohl noch nicht mal zu den Lebewesen gehörend, nämlich Dinger.

  7. zu dem Text gibt es für mich so viele wenn und abers, dass ich das lieber im gespräch tun möchte, schreiben ist mir im moment zu ville. nur eine anmerkung, die ich lernen musste: was rassistisch ist, sollten nur die entscheiden, die es trifft. und wenn es nur ein wenig ist. und sprache ist nun mal die unmittelbare wirklichkeit des gedankens.

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